1016 - 2016: Von Orcana bis
Ober-/Niederorke

Im Jahre 1016 schenkte Bischof Burghard von Worms aus seinem Besitz Güter u. a. in Orke und Treisbach an das Kloster St. Marien vor den Mauern der Stadt Worms. Das ist bis jetzt die früheste, erhaltene Nennung einer Siedlung mit dem Namen Orke in einer Urkunde.

Der Text dieser Schenkungsurkunde – nachzulesen im Urkundenbuch der Stadt Worms (H.Boos, 1. Band 1886) – ist bis jetzt die früheste, erhaltene Nennung einer Siedlung mit dem Namen Orke in einer Urkunde. 

Es wird dort aber nicht unterschieden zwischen Ober- und Niederorke. Dieser Umstand sowie die Tatsache, dass beide Dörfer zusammen nur rund 200 Einwohner zählen, haben uns zu der Entscheidung bewogen, eine 1000-Jahrfeier im September 2016 nur als ein gemeinsames Fest begehen zu wollen.

Die Geschichte der beiden kleinen Dörfer von der ersten Nennung bis etwa der Mitte des 16. Jahrhunderts liegt noch weitgehend im Dunkel der Geschichte, und wir betrachten es als eine Aufgabe zur Vorbereitung des Festjahres, auch diesen Zeitraum von immerhin etwa 350 Jahren bis zur geplanten Jubiläumsfeier durch weitere Forschungen zu erhellen.

Die Grenze

Eine weitere Besonderheit von Ober- und Niederorke, die nur knapp 1 km voneinander entfernt liegen, ist die Grenze, die theoretisch 400 Jahre lang die beiden Dörfer trennte! So wird Oberorke 1577 als Dorf des ehemaligen Gerichts Viermünden im späteren Territorium von Hessen-Kassel erwähnt. 

Niederorke hingegen wird 1587 als Dorf der Herrschaft Itter im späteren Hessen-Darmstadt genannt. Beide Dörfer folgten nun der Geschichte dieser beiden hessischen Territorien, ehe mit der Reichsgründung 1871 beide im Staat Preußen aufgingen. Noch immer trennten aber Kreisgrenzen die Dörfer, Niederorke gehörte zum Kreis Vöhl, Oberorke zum Kreis Frankenberg. 

Erst weitere 100 Jahre später, in 1971, wurden die beiden Orke-Dörfer wieder vereinigt in der neu gegründeten Großgemeinde Hessenstein, die wiederum 1974 in der Großgemeinde Vöhl aufging.

Unsere gemeinsamen Jubiläumsfeier

Auch deshalb ist es uns ein Anliegen, die über Jahrhunderte währende Trennung der beiden benachbarten Dörfer, eine Trennung, die sich bis in die jüngste Zeit sogar als Sprachgrenze fassen ließ, mit einer gemeinsamen Jubiläumsfeier zu überwinden und durch diesen Brückenschlag beide Dörfer durch vielfältige Unternehmungen und Kontakte wieder enger zusammen zu rücken.